Presse

Der neue Tag, 03.03.2007

Betrug soll die große Not lindern
Troschenreuther Mundarttheater startet heute mit Bühnenstück "Jerry ist tot!" in die Frühjahrssaison
Troschenreuth. (sck) Siebenmal heißt es in den kommenden Wochen bis Ostern im großen Saal des Gasthofs "Zum roten Ochsen": "Jerry ist tot!". Mit diesem Stück startet das Troschenreuther Mundarttheater seine Frühjahrs-Aufführungsreihe.
Die Kriminalkomödie von Stefan Schroeder wurde von Wolfgang Hempfling, Vorsitzender des Troschenreuther Mundarttheater-Vereins und Regisseur dieser Inszenierung, in die oberfränkische Mundart übertragen. Der örtlichen Mentalität angepasst wurden teilweise auch die Namen, so dass man in den Nebenrollen auch eine Frau Himmlel und einen Herrn Himmel, gespielt von Karolin Buchfelder und Heiner Rupprecht, bewundern kann.

Geld wird knapp

Die Hauptrollen spielt jedoch das Ehepaar Magdalena und Jeremy "Jerry" Hauenstein, eine alternde Schauspielerin und ein Möchtegern-Playboy, gemimt von Beate Neukam und Wolfgang Hempfling. Mit steigendem Alter sinken die Erfolge der Beiden in ihrer jeweiligen Profession und so wird schließlich auch das Geld im Hause Hauenstein gewaltig knapp. Guter Rat ist teuer, die Not wird groß und größer, da fällt dem Paar Jerrys Lebensversicherung ein. Mit dem Geld aus der Versicherung hätten die Geldsorgen ein Ende. Doch dafür müsste Jerry tot sein. So ersinnen die Hauensteins die Verzweiflungstat: einen Versicherungsbetrug.

Die Zuschauer werden Zeugen der Entwicklung der Situation, wie dem Paar bei der Realisierung seines Plans bald die Fäden aus den Händen geraten und wie Kommissar Brown (Manfred Popp) bei der Aufklärung des Falles versucht, seinem tölpelhaften Assistenten Inspektor Hubble (Kilian Dettenhöfer) in die Grundzüge kriminalistischer Ermittlungsarbeit einzuführen.

Zur Premiere von "Jerry ist tot!" lädt das Mundarttheater Troschenreuth am heutigen Samstag, 3. März, um 20 Uhr in den Saal des Gasthofes "Zum Roten Ochsen" ein. Die weiteren Aufführungen am gleichen Ort zur gleichen Zeit finden in den darauf folgenden Wochen jeweils freitags und samstags am 16. und 17. März, am 23. und 24. März sowie am 30. und 31. März statt.

Der Vorverkauf läuft über Möbel Dettenhöfer in Pegnitz jeweils samstags von 9 bis 12 Uhr, im Gasthaus "Zum Roten Ochsen" in Troschenreuth von 16 bis 18 Uhr sowie an der Abendkasse. Außerdem besteht die Möglichkeit der Kartenvorbestellung im Internet über die Homepage: www.mundarttheater.de.
 

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Nordbayerische Nachrichten, 05.03.2007

Leichen pflastern Weg der reichen Städterin

Mundarttheater Troschenreuth bringt Krimikomödie «Jerry ist tot» mit pfiffigen Ideen und Witz auf die Bühne

TROSCHENREUTH - Wie bei einem Spiel die Mikadostäbe fallen, so fallen hier die Toten. Eine einzige Frau hat diese Leichen am Hals: Es ist die einst reiche Städterin, deren dörflicher Mann über Versicherungsbetrug zu Geld kommen wollte und dadurch eine ungeahnte Talfahrt auslöst.

Diese Frau wird anfangs fast hysterisch angesichts der Verwicklungen. Aber am Ende arrangiert sie die Leichen, als sei es ihr tägliches Geschäft. Den Entsetzensschrei ihres Hausmädchens tut sie ab: «Nix gewöhnt, die jungen Dinger!» Dieses Kriminalstück von Stefan Schroeder fiel in die Hände des Troschenreuther Mundarttheaters.

Das Team klemmte sich mit unglaublichem Einsatz hinter «Jerry ist tot!» und klebte schauerlich-schöne Musik dazu, Slapstick, klirrende chinesische Vasen und zerspringende Tassen. Ausgefeilt ist die Tontechnik und noch ausgefeilter das Zeichnen der Charaktere. Ausladende Perücken kommen zum Einsatz, die schrägsten Klamotten. Dazu das Typische des dörflichen Mundarttheaters, die kantigen Schauspieler mit ihrer Fähigkeit zum tiefen Granteln und zum echten Fröhlichsein, wovon der glatt gebügelte Städter schon weit entfernt ist.

Da ist zum Beispiel Helmut Dettenhöfer. Er spielt den abgelehnten Liebhaber der Dame und macht ihr so geil-tierisch den Hof, dass es nur noch Lacher gibt. Oder Katrin Götz als lauend-listige Nachbarin: Ihre ganze rundliche Figur spielt mit. Sie hat eine unschlagbare Mimik und nur manchmal einen kleinen Nachteil: Sie wiederholt spezielle Gesten zu oft.

Den Ehemann der mörderischen Hausdame gibt Wolfgang Hempfling. Er ist gleichzeitig der Regisseur, unterstützt von Nadine Arnold. Er muss in diesem elften Stück der Mundarttruppe nicht viel tun, weil er gleich am Anfang verunglückt. Auch am Schluss ist er schnell aus dem Spiel - aber das mit schlagartigem Effekt.

Sehr gute Visage

Mehr gefragt sind zwei Polizisten, gespielt von Manfred Popp und dem Nachwuchs Kilian Dettenhöfer. Bei Manfred Popp rätselt der Zuschauer immer wieder, wie es Hempfling gelang, so eine gute Visage als Kommissar zu finden.

Bei Kilian Dettenhöfer bewundert er das Erzittern des ganzen Kerls, bis zu den Backen, und seine Watson-artige Naivität. Nur manchmal müsste es Dettenhöfer vermeiden, sich zu tumb zu stellen. Das Gleiche gilt für das Hausmädchen Michaela Dürtler. Sie passt sehr gut für diese etwas versponnene, schon in der Jugend vertrocknete Jungfer, und macht dem Inspektor sehr gekonnt schöne Augen - aber manchmal hängt auch sie zu sehr im alten Stil der Mundartbühnen, die an sich einfache Dinge betont auswalzen, als käme das Publikum erst dann mit.

Sehr stilvoll, konsequent und mit attraktivem Minenspiel tritt Karin Wiesend als Vertreterin der Lebensversicherung auf. Ein ungelöstes Rätsel ist, was unter ihrem Zylinder verborgen steckt, dass es so leicht zur Spaltung einer ganzen Porzellanvase führt.

Witzige Ulknudel

Sie erntet genauso Szenenapplaus wie Karolin Buchfelder, die Tochter eines Bestattungsunternehmers (ungewohnt seriös: Heinz Rupprecht). Buchfelder ist eine überraschend gute Ulknudel mit persönlichen Gags und schräger Lispelei, dass sich die Zuschauer nur so biegen.

Zuletzt der Blick auf Beate Neukam, die reiche Städterin und ungewollte Mörderin, die am Ende, nach der x-ten Leiche, resigniert. «Dumm gelaufen!» sagt sie mit einem unnachahmlichen Ton, als es auch ihren Jerry weggeputzt hat. Diese Beate Neukam hat eine Riesenaufgabe: Sie muss vom Anfang bis zum Ende auf der Bühne sein, immer sprechen, immer trauern, immer tricksen - und sie schafft es, obwohl sie bis kurz vor der Premiere krank war.

Erschüttert wackelndes Kinn

Sie hat irgendetwas Tragendes in sich, eine Stärke, die kaum spürbar zusammenhält. Sie kommt auch schnell weg vom etwas zu Pastosen des Beginns, vom Über-Geschauspielerten, und müsste nur in einer Szene kürzen: Als sie ihr Telefon mit in den Garten nehmen will, damit keiner abhebt, wenn der tote Ehemann anruft. Da zieht sich das Argumentieren in die Länge. Ansonsten kann man nur staunen über ihren Einsatz bis hin zum in Trauer erschüttert wackelnden Kinn.

So ist diese schwarze Komödie im englischen Stil eines Sherlock Holmes nur zu empfehlen. Sie wechselt schnell die Szenen, baut Spannung auf und endet ganz anders als man denkt. Dazu hat sie viel Salz in der Suppe, was immer einer guten Regie zu verdanken ist: pfiffige Gesten am Rande, lustige Ideen.

THOMAS KNAUBER

(Weitere Aufführungen am 16. und 17., 23.und 24. sowie 30. und 31. März im «Roten Ochsen»)

© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG

 

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Nordbayerischer Kurier, 20.03.2006

Beklatschte Premiere „Prinzessin Europas göttlicher Sex"

Es geschehen merkwürdige Dinge in und rund um Troschenreuth. Der Preishengst ist verschwunden, der Jungbauer auch - zumindest den ganzen ersten Akt lang - und in Neuhof passiert Akte-X-Verdächtiges. Das mysteriöse Rätsel wird gelöst: vom Troschenreuther Mundarttheater in seiner neuen Komödie „Prinzessin Europas göttlicher Sex", die am Samstag Premiere und Uraufführung vor knapp 200 Zuschauern zugleich hatte.

Alles beginnt beim Flinderer-Auftakt in Pegnitz, mit bayerischem Defiliermarsch und bester Stimmung. Wie auch im wirklichen Leben verursacht das „Bier für Götter" durch seine Unwiderstehlichkeit bei gewissen Protagonisten nicht nur schwere Köpfe und verschlafene Gesichter am nächsten Tag, sondern auch einiges an Gedächtnislücken und Verwirrung.

Mittels eines Videoclips in bester Doku-Soap-Manier (von Wolfgang Hempfling und Andreas Heidenreich) bekommt der Zuschauer zunächst einmal eine Ahnung vom sündigen Leben auf dem Hof von Bauer Franz (Heinz Rupprecht) und der resoluten Bäuerin Anna (Katrin Götz). Im Mittelpunkt der nächtlichen Dorferotik stehen Knecht Hans (Manfred Popp) und Magd Kathi (Karolin Buchfelder), die beide in Sachen Mimik aufs Ganze gehen. Allein dieser Videoclip war schon die Eintrittskarte wert.

Hengst und Flinderer

Nach und nach tritt ein Rätsel in den Vordergrund: Was haben Bauerstochter Gerdi (Melissa Heieis) und Jungbauer Ludwig (Jan Madalsky) nach dem ausgelassenen Flinderer-Auftakt getrieben? Und vor allem: Was spielt der Hengst für eine Rolle? Wo ist er geblieben? Wer waren die schwarzhaarigen Männer aus dem „Kaff Olymp", die von Gerdi bei der Hengstparade so angetan waren?

Die Dorftratschn (Karin Wiesen) bringt auch nicht gerade Licht ins Dunkel, weil man von ihren „geheimen" Erzählungen nur die Hälfte glauben kann, wenn man zwei Drittel des Inhalts abgezogen hat. Sie bringt den immer nervöser werdenden Bauer jedenfalls zunächst zur Überzeugung, dass der Flurbereinigungsvorstand von einem Fluch heimgesucht wird. Und als der Jungbauer endlich, aber ziemlich zerzaust auftaucht, wird das Rätsel langsam zum Mysterium. Ende Akt eins.

In den nächsten beiden Akten, wo dann auch Dr. Zickler (Wolfgang Hempfling) mitmischt, wird man der Sache auf den Grund gehen, in Troschenreuther Mundart natürlich, diesem Gemisch aus oberfränkisch und oberpfälzisch, mit den Stilmitteln des Bauerntheaters, verknüpft mit Videotechnik und spielfreudigen Laiendarstellern.

Vorlage von Dr. Handrick

Als Grundlage verarbeitete das Ensemble eine Komödie des Neuhauser Autors und ehemaligen Pegnitzer Stadtarchivars Dr. Wolfgang Handrick, der die Sage um Göttervater Zeus und die schöne Prinzessin Europa in eine Komödie packte. Regisseur Hempfling hat das Bühnenstück dann in die Troschenreuther Mundart umgeschrieben und ihm den lokalen Bezug gegeben: göttlicher Sex und antike Machenschaften in Oberfranken.

Das Troschenreuther Mundarttheater spielt das Stück noch am 24., 25. und 31. März sowie am 1. und 7. April im Saal des Roten Ochsen in Troschenreuth, jeweils 20 Uhr. tz

Karten im Vorverkauf gibt es bei Möbel Dettenhöfer (bevorzugt am Samstag von 9 bis 12 Uhr) und im Internet unter www.mundarttheater.de.

Nordbayerischer Kurier, 20.03.2006

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Nordbayerische Nachrichten, 20.03.2006

Im Mundarttheater flogen Fetzen
Premiere des Stücks „Prinzessin Europas göttlicher Sex“ in Troschenreuth
 
TROSCHENREUTH (sa) — Wer explodierende Bühnenteile, Tanzeinlagen oder gar sexuelle Szenen erwartet hatte, war vielleicht etwas enttäuscht. Beim neuesten Stück „Prinzessin Europas göttlicher Sex“, des Troschenreuther Mundarttheaters gab es „nur“ solide Mundartkomik. Doch waren die Momentaufnahmen aus dem dörflichen Leben gekonnt inszeniert und mit allerlei lokaler Würze gepfeffert.

Etwas schwer in Fahrt kam das nach dreijähriger Spielpause uraufgeführte Stück: Am Tag nach einem Fest in Pegnitz fehlen Jungbauer Ludwig und Hengst, obwohl Tochter Gerdi schwört, mit beiden heimgeritten zu sein. Sorge schlägt in Eifersucht um, als beide wieder auftauchen, Ludwig jedoch eine völlig andere Geschichte erzählt. Ab hier fliegen die Fetzen, die Dialoge sprühen und die Verwirrungen nehmen ihren Lauf, ein tragisches Ende erscheint unausweichlich, bis sich mit Blitz und Donner die Götter einschalten.

Die Rollenverteilung passt perfekt: Heinz Rupprecht mimt den mit der Situation überforderten Bauern Franz, der seiner herrischen Frau Anna (Katrin Götz) kaum etwas entgegensetzen kann. Manfred Popp gibt gekonnt den leicht vertrottelten Knecht, der es jedoch faustdick hinter den Ohren hat. Hinter ihm ist die Magd Kathi her, gespielt von Karolin Buchfelder. Urkomisch wirken ihre Grimassen und Gesten, das Publikum bedankte sich mir zahlreichem Szenenapplaus.

Die beiden Jungschauspieler Melissa Heieis als Gerdi und Jan Madalsky als Ludwig fügen sich gut in das Ensemble der erfahrenen Truppe ein, überzeugen in ihren Rollen, auch wenn sie noch etwas mehr aus sich heraus gehen könnten. Wolfgang Hempfling gibt in einem Kurzeinsatz als Tierarzt die richtigen Hinweise für „Detektivin“ und Dorftratsche Leni (Karin Wiesend).

Im Stile einer Miss Marple nimmt sie Faden um Faden auf und spinnt sich daraus eine Lösung, die sie jedoch selbst nicht glaubt. Daneben gibt Leni dem Zuschauer erstaunliche Einblicke in die Funktionsweise einer dörflichen Ratschzentrale.

Dass sich am Ende alles wieder zusammenfügt, dafür sorgt nicht zuletzt die griechische Mythologie. Autor Dr. Handrik, der ebenfalls bei der Premiere war, bewertete die Leistungen der Schauspieler unter der Regie von Wolfgang Hempfling als gut.

Hinter den Kulissen wirken mit: Nadine Arnold, Denise Madalsky, Nicole Dettenhöfer, Andreas Neubauer, Melanie Gilch, Birgit Schuster, Christian Vogl, Natalie Hempfling und Adolf Hofer. Andreas Heidenreich drehte mit Kilian und Helmut Dettenhöfer sowie den andern Schauspielern drei Videoclips, die als besonderer Effekt im Stück auftauchen.

Weitere Informationen: Auch an den kommenden Wochenenden 24./25. März, 31. März/1. April, sowie am 7. April wird das Stück jeweils 20 Uhr im Saal des Gasthauses „Zum Roten Ochsen“ in Troschenreuth aufgeführt. Karten gibt es online unter www.mundarttheater.de oder bei Möbel Dettenhöfer in Pegnitz.
20.3.2006 0:00 MEZ
 
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