Presse

Nordbayerische Nachrichten, 03.03.2013

Heiße Italienerin kippt turbulente Hochzeit

Troschenreuths Mundarttheater schickt Uwe Vogel als neuen Star ins Rennen — Tolle Gesten, witzige Texte

TROSCHENREUTH  - Regisseur Wolfgang Hempfling tat etwas Ungewöhnliches: Er recycelte ein Theaterstück, das seinem Ensemble vor zwölf Jahren den Durchbruch gebracht hatte. Diese Verwechslungskomödie „Und das am Hochzeitsmorgen“ reißt auch jetzt wieder mit, noch mehr als damals: Weil sie gestrafft wurde, einen unglaublich einsatzfreudigen Uwe Vogel als Hauptdarsteller hat und auf einen so dichten Höhepunkt zusteuert, dass es nur so rauscht.
 
Wolfgang Hempfling kürzte diese Slapstick-Burleske „aus der Erfahrung von damals“, schrieb andere Einlagen und erfand einen Italiener dazu, sehr passend von Jan Madalsky gespielt. Dieser Carlo versucht zu retten, was zu retten ist, als die Hochzeit der Tochter seines Freundes Hauenstein (Uwe Vogel) den Bach runter geht.

"Und das am Hochzeitsmorgen" ist der Titel des neuesten Stücks des Mundarttheaters Troschenreuth, das jetzt Premiere hatte. Das Ensemble erntete wieder Lachsalven. Uwe Vogel ist ein weiteres Mal der große Star in einer super guten Truppe des Troschenreuther Mundarttheaters.

 Denn dieser rumpelt zweimal im leichten Whiskey- und Tablettentaumel gegen eine Tür, halluziniert danach eine wunderschöne Italienerin (verführerisch: Melissa Heieis), fühlt sich als Musical-Star und treibt seine Ehefrau (Daniela Förster) zur Verzweiflung.

Daneben drehen seine Tochter (Karolin Buchfelder), die Oma (Karin Wiesend) und der Opa (Manfred Popp) durch. Aber irgendwann kippt Hauenstein krachend aus dem Fenster und wird wieder normal — hat aber seine künftige Schwiegermutter (Beate Neukam) brutal ernüchtert.

Diese, Daniela Förster und Karin Wiesend waren schon 2001 in den gleichen Rollen dabei, als Wolfgang Hempfling gefeiert den Hauenstein aufs Parkett legte. Jetzt zog er Uwe Vogel vor.

03.03.2013, Nordbayerische Nachrichten

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Nordbayerischer Kurier / troschenreuth.de - 04.03.2013

Witze wie ein Trommelfeuer

Mundarttheater Troschenreuth begeistert mit Neuauflage von "Und dann am Hochzeitsmorgen"

Tränen flossen zahlreich bei der Premiere des Troschenreuther Mundarttheaters im Saal des Gasthauses "Zum Roten Ochsen" in Troschenreuth, auf der Bühne und im Publikum. Auf der Bühne bei Braut Cindy, deren schönsten Tag von Minute in einer immer größeren Katastrophe zu enden droht, und im bis auf den letzten Platz prall gefüllten Saal, wo sich das Publikum bereits nach wenigen Minuten die Lachtränen aus den Augen wischte.

Bürgermeister Uwe Raab, sein Vorgänger Manfred Thümmler und zahlreiche Stadträte gehörten ebenfalls zu den Premierengästen und genossen den Abend sichtbar. Die Troschenreuther Theatergruppe um Wolfgang Hempfling verwandelte im zwanzigsten Jahr ihres Bestehens die ehrwürdige englische Kömödie "Und das am Hochzeitsmorgen" radikal, straffte die Handlung und läßt so Witz um Witz fast wie ein Trommelfeuer auf das Publikum herabregnen.

Eigentlich könnte die Hochzeit der jungen Cindy endlich losgehen, doch Brautvater Klaus, ein ebenso erfolgreicher wie gestreßter Werbestratege, vergißt nicht nur, für die Mutter des zukünftigen Ehemanns ein Hotel zu buchen, sondern will noch schnell den neuesten Werbeauftrag unter Dach und Fach bringen. Wäre das nicht schon allein ein Rezept für chaotische Verhältnisse, kommt noch hinzu, dass plötzlich eine blutjunge Schönheit auftaucht, die das Familienoberhaupt ruckzuck um den Finger wickelt. Kompliziert wird dies durch die eher hinderliche Tatsache, dass sie außer Klaus niemand sehen kann.

Uwe Vogel spielt diesen Klaus Hauenstein mit Bravour. Er ist die Entdeckung des Troschenreuther Mundarttheaters, es ist erst seine zweite Rolle, und die hat es in sich. Keine fünf Minuten vergehen im ganzen Stück, ohne dass er auf der Bühne steht. Uwe Vogel ist ein Meister des urkomischen Gesichtsausdrucks, er kann sich zudem in Sekunden vom biederen Famiienvater zum gefeierten Musicalstar und zurück verwandeln. Bei der kleinsten Grimasse biegt sich das Publikum vor Lachen. Sein Geschäftspartner Carlo, gespielt von Jan Madalsky, ist ein waschechter Italiener samt dazugehörigen Akzent und zudem ein guter Freund des Hauses. Doch auch er kann das Verhängnis nicht mehr aufhalten.

Melissa Heieis ist die rassige Schöne, die dem anfangs schüchternen Klaus so gnadenlos den Kopf verdreht, dass der bald selbst nicht mehr weiß, wer er eigentlich ist. Seine Ehefrau, der es trotz des schockierenden Verhältnisses ihres Mannes noch gelingt, wenigstens ein wenig einen kühlen Kopf zu behalten, mimt Daniela Förster. Das Chaos strebt scheinbar unaufhaltsam einer Katastrophe entgegen, als dann noch die Mutter des Bräutigams, Mrs. Babcock aus Australien, auftaucht. Beate Neukam hat mit dieser Figur ihre Paraderolle gefunden. Die verzweifelte Braut wird durch Karolin Buchfelder gespielt. Als wäre das Durcheinander nicht schon groß genug, treten schließlich noch die Großeltern der Braut (Karin Wiesend und Manfred Popp) auf den Plan. Die umfangreiche Licht- und Tontechnik bedienten Andreas Sporrer und Tim Lange. Verantwortlich für Musik und Tanz ist Kerstin Vogel. 

Wolfgang Hempfling und Nadine Arnold führen Regie bei dieser Neuauflage eines Stücks, mit dem das Troschenreuther Mundarttheater schon 2001 große Erfolge feierte. Der professionelle Theaterschauspieler- und Regisseur Daniel Leistner von den Kronacher Faustfestspielen zeigte sich denn auch begeistert von Stück und Darstellern. Er unterstützte das Troschenreuther Amateurensemble auch dieses Jahr bei den Proben und brachte wertvolle Tips und Ideen ein.

Weitere Aufführungen der sehenswerten Komödie gibt es an den Abenden 08/09. März, 15./16. März und 22./23. März 2013. Karten sind bei Bürobedarf Wöckel in Pegnitz erhältlich.


04.03.2013 hsa - Nordbayerischer Kurier / troschenreuth.de

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Hoher Aufwand für das Jubiläumsstück

Theater in Troschenreuth gibt es schon lange Zeit. Im Jahr 1993 schlossen sich fünfzehn Theaterbegeisterte zusammen, um mit "Urlaub vom Ehebett" die erste Komödie der Troschenreuther "Theaterneuzeit" auf die Bühne zu bringen. 380 Zuschauer fanden damals den Weg in den Saal beim "Ochsenwirt". Und die Theaterbegeisterung hielt an.

Heuer wird nun das 20-jährige Gründungsjubiläum gefeiert. 1999 wurde das Troschenreuther Mundarttheater e. V. als Verein gegründet mit 13 Gründungsmitgliedern. Heute hat der Verein immerhin 30 erwachsene und 29 jugendliche Aktive. Die Jugendlichen kamen durch die Inszenierung von zwei Jugendmusicals zum Theater, von diesen damals Jugendlichen spielen heute einige bei den Erwachsenen weiter.  

Heuer bringt das Troschenreuther Mundarttheater, auch kurz TMT genannt, mit " Und das am Hochzeitsmorgen" die fünfzehnte Theaterproduktion auf die Bühne.  Dieses Stück  wurde bereits 2001 mit großem Erfolg aufgeführt. Es handelt sich aber um eine komplett neue Inszenierung. So wurde das Stück gekürzt und kommt so flotter und schneller daher, einige Rollten wurden stark verändert. Das Stück ist auch nicht mehr von Rock´n Roll geprägt, sondern mit italienischen Flair und Gassenhauern unterlegt. Von den damaligen Schauspielern sind drei wieder mit dabei.



Wie im letzten Jahr hat sich das Ensemble den letzten Schliff vom Intendanten der Faustfestspiele in Kronach, Daniel Leistner, geben lassen. "Es ist schon noch einiges hängen geblieben," meint Manfred Popp, der auch dieses Jahr wieder mit auf der Bühne steht, "aber es macht viel Spaß und bringt viel." Der Aufwand für die Proben ist enorm. Dreimal unter der Woche und den ganzen Samstag stehen die Amateurschauspieler seit einigen Wochen auf den Bühnenbrettern, spielen, wiederholen, feilen.

Das Ergebnis präsentiert das Mundarttheater ab dem 02. März 2013 in Troschenreuth, Gasthaus zum Roten Ochsen. Die Karten sind im Vorverkauf bei Bürobedarf und Buchbinderei Wöckel-Löhr, Hauptstraße 59, 91257 Pegnitz, sowie unter www.mundarttheater.de erhältlich. Weitere Vorstellungen gibt es am Freitag, 8. März, am Samstag, 9. März, am Freitag, 15. März, und am Samstag, 16. März, sowie am Freitag, 22. und Samstag, 23. März. Der Bühnenvorhang im „Roten Ochsen“ öffnet sich jeweils um 19.30 Uhr.

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Nordbayerischer Kurier / troschenreuth.de 11.03.2012

Ein Feuerwerk an Lachsalven

Troschenreuther Mundarttheater bietet perfekte Premiere

Sprühender Witz in urigem Dialekt gepaart mit feuriger Musik, Tanz und Slapstick ist das Markenzeichen des Troschenreuther Mundarttheaters. Auch bei der Premiere des aktuellen Stücks „Hände weg von meinem Pelz!“ im Saal des Troschenreuther Gasthauses „Zum Roten Ochsen“ kommt das Publikum voll auf seine Kosten.

Ein Pelzverkäufer hat es heutzutage schon nicht leicht, aber erst recht nicht, wenn er die Eskapaden seines liebestollen Kompagnons ausbaden muss. Dann kann es sein, dass er sich in einem formidablen Chaos wiederfindet, zwischen gehörnten Ehemännern und nerzsüchtigen Geliebten, und plötzlich selbst zum gefragten Liebhaber wider Willen avanciert.

Das Troschenreuther Mundarttheater hat die englische Komödie („Not now, Darling!“) von 1967 gehörig entstaubt, mit Musik, Tanz und einer Prise Erotik aufgepeppt und nach nur zwei Monaten Probenzeit schwungvoll auf die Bühnenbretter gebracht.

Die Vorschusslorbeeren in Form einer schon früh ausverkauften Premiere, zahlreichen Autos mit auswärtigem Kennzeichen und namhaften Ehrengästen, darunter Staatssekretär Hartmut Koschyk, Landrat Hermann Hübner und Bürgermeister Manfred Thümmler, hatte sich der Theaterverein um Vorstand und Regisseur Wolfgang Hempfling in den vergangenen Jahren redlich verdient, und die Premierengäste wurden auch diesmal nicht enttäuscht.

Thomas „Tommy“ Schick, Chefverkäufer eines noblen Pelzhandels, will die Abwesenheit von Ehefrau und Firmenchefin Louisa nutzen, um die schöne Susan zu verführen. Doch die hat ihren Preis, nämlich den schönsten und teuersten Nerzmantel, den das Geschäft zu bieten hat. Doch der Plan, den Ehemann Theodor von Langenstrang heimlich an den Kosten zu beteiligen, gerät schnell ins Wanken, denn dieser ist selbst ein Frauenheld und hat den Mantel für seine Sekretärin Isabell Blond eingeplant. Der Himmel droht einzustürzen, als dann auch noch Louisa verfrüht aus Monte Carlo zurückkommt.

Jan Madalsky spielt den Gigolo Tommy überzeugend und mit prickelnder Leidenschaft für Melissa Heieis als Susan, die ihn jedoch kühl und berechnend erpresst, um doch noch ihren Nerz zu erhalten, und dabei vor nackter Haut nicht zurückschreckt. Helmut Dettenhöfer alias Lebemann Theodor gibt derweil in gewohnt souveräner Art den Macho für Corinna Madalsky, die in ihrer ersten Rolle im Erwachsenenensemble des Mundarttheaters das naive Dummchen Isabell perfekt mimt.

Eine tolle Besetzung ist auch Uwe Vogel, der in seinem Schauspieldebut den Kapitän Olsen gibt. Kaum sind die ersten Worte in überzeugendem norddeutschen Dialekt gesprochen, biegt sich das Publikum bereits vor Lachen. Die Gattin des Kapitäns, dargestellt von Nadine Arnold, versucht derweil verzweifelt, endlich ihren Pelzmantel zu bekommen, bevor der Kapitän in der benachbarten Kneipe voll-, anstatt mit seinem Schiff ausläuft. Vergeblich, übrigens.

Kerstin Vogel spielt, hin und hergerissen zwischen Eifersucht und Trauer über ein gescheitertes Urlaubsabenteuer, die energische Firmeninhaberin Louisa Schick. Auch ihr nimmt man die Rolle freudig ab, ebenso wie Daniela Förster, die im strengen Hosenanzug als Fräulein Mösinger die Stütze des Betriebs ist, dabei die Polizei ebenso souverän auf Distanz hält wie sie die Damenunterwäsche von der Firmenuhr nimmt.

Inmitten des Chaos sitzt Pelzdesigner Willi Knapp. Er, der tugendhafte und eher scheue Typ, muss nicht nur die zahlreichen mehr oder weniger bekleideten Damen sortieren, sondern auch noch als Alibi für diverse Liebschaften herhalten. Erneut eine Paraderolle für Manfred Popp, der „Universalwaffe“ der Theatergruppe. Seine trockenen Pointen bringen das Publikum ebenso zum Toben wie seine unschuldig-verzweifelte Mimik. Als vom Arbeitsamt vermitteltes Model hat Hans-Georg Hagen eine kleine, aber viel belachte Nebenrolle.

Wolfgang Hempfling und Nadine Arnold führen die Regie bei dieser rasanten Verwechslungskomödie, bei der das Publikum oft kaum Zeit zum Lachen hat, bevor die nächste Gag-Salve abgefeuert wird. Unterstützung hatte sich das Mundarttheater bei Daniel Leistner, Schauspieler und Intendant der Kronacher Faust-Festpiele, geholt, und mit ihm zusammen in einem dreitägigen Workshop an Stück und Schauspieltechnik gefeilt. Das Resultat kann sich mehr als sehen lassen, die etwas über zweistündige und für jedes Alter geeignete Aufführung vergeht wie im Flug, das Publikum honoriert die Leistungen der Schauspieler mit anhaltendem Applaus und noch mehr Gelächter. Für die gut dosierten und mitreißenden Gesangs- und Tanzeinlagen zeichnet sich Kerstin Vogel verantwortlich. Die Bühnentechnik bedient Andreas Sporrer. 

Karten für die weiteren Aufführungen am 16./17./ 23./30./31. März sowie am 8. April sind bei Schreibwaren Wöckel-Löhr in Pegnitz sowie im Internet unter www.mundarttheater.de erhältlich.

 Harald Saß
11.03.2012  Nordbayerischer Kurier / troschenreuth.de

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Nordbayerische Nachrichten, 11.03.2012

Trommelfeuer von Witz, Leiden und Erotik

Komödie des Mundarttheaters ist ein Verwechslungsspiel mit mutigem Ensemble und voll guter Regieeinfälle

TROSCHENREUTH  - Vermutlich ist es das beste Stück, das je auf den Brettern des „Roten Ochsen“ entrollt wurde. „Hände weg von meinem Pelz“ ist Witz im Dauerfeuer, halbes Kabarett. Die Regisseure Wolfgang Hempfling und Nadine Arnold haben eine Truppe zur Hand, die mit extremem Mut zum Scherzen gesegnet ist. Kein Wunder, dass immer über tausend Fans zu den Vorstellungen strömen, von weit hinter Nürnberg und Bayreuth her.

 

Wolfgang Hempfling kürzte diese turbulente Verwechslungskomödie um fast die Hälfte. Das bedeutet: Es kommt ein Trommelfeuer von Szenen. Und er hatte einen Profi zur Beratung, der den letzten Schliff gab: Daniel Leistner. Dieser fröhliche Mann von den Kronacher „Faust-Festspielen“ riet zu mehr „Äh!“ und „Oh!“. Er ließ anfassen, enthemmen, Mimik entfesseln. Entsprechend kommt Helmut Dettenhöfer, der einen stinkreichen Macho-Fabrikanten spielt, zu starken Gesichtsausdrücken und einem Song, der das Publikum wegfegt.

In diesem Publikum sitzen auch Bürgermeister Manfred Thümmler, Pfarrer Josef Hell, Landrat Hermann Hübner und MdB Hartmut Koschyk. Sie kamen zwar aus Wahltaktik, dürften den Abend aber keine Spur bereut haben. Sie genießen in einem perfekten Bühnenbild fallende BHs, einen fast erschlagenen Kapitän (hinter einer Milchglasscheibe sinkt er senkrecht und faszinierend dem Tod entgegen), fliegende Damenkleider, Nacktes unter Pelz und eine Tunte. Was nämlich im Urtext als „Model“ geplant ist, füllt Wolfgang Hempfling einfach mit Hans-Georg Hagen. Dessen Charme unter der blonden Perücke zündet. Das Model arbeitet in einem Pelzgeschäft, dessen Junior mit jeder flotten Kundin ins Bett geht. Diesen Junior spielt Jan Madalsky sehr gut, durch Höhen und Tiefen. Es ist eine anstrengende Rolle, weil er keine Pause hat.

Seinen soliden Geschäftspartner mimt Manfred Popp, am Ende mit dem größten Applaus belohnt — weil er richtiges Bauerntheater gibt. Weil man ihm das im normalen Leben nicht zutraut — diese Grimassen, diese Wendigkeit.

Der fünfte Mann im Ensemble ist ein Neuling, ein Genie: Uwe Vogel. Der Allgäuer spielt so perfekt einen Hamburger Kapitän, so toll im Dialekt (er war mal bei der Marine), mit zugekniffenem Auge und aufspießender Pfeife, dass die Zuschauer von seinem ersten Auftauchen weg hingerissen sind.
Und dann die Damen. Sie werden von Männern verschachert, die nicht merken, dass ihre Geliebten keinen Strich besser sind. Da ist die so attraktive, schöne Melanie Heieis, dem untreuen Fabrikanten angetraut. Der hat’s aber nicht nur mit seiner blonden Sekretärin (Corinna Madalsky), sondern auch mit der kratzbürstigen Ehefrau des Juniors (Kerstin Vogel). Diese hebt irgendwann zu einem Solosong an, bei dem jeder im Saal skeptisch ist. Aber sie gibt ihn mit Bravour. Und sie ist überhaupt erfahren, perfekt fauchend.

Dann die Kapitänsgattin Nadine Arnold, dynamisch und fröhlich, sowie Pelzverkäuferin Daniela Förster. Sie ist das einzig Seriöse in diesem Sündenpfuhl. All diese Schauspielerinnen treiben den Schwung eines perfekt geprobten Stücks an. Sie geben den Herren die Tragfläche für kuriose Sex- und Seelenpein. Sie sorgen für Charme, auch wenn er doppelbödig ist.

Der Abend wird wiederholt am 16./17. März, 23. März, 30./31. März und 8. April.

Thomas Knauber
(C) Nordbayerische Nachrichten

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