Aktuelles

troschenreuth.de, 08.03.2010

Mord im Harem des Kommissars

Spritzige Premierenvorstellung des Mundarttheaters vor ausverkauftem Haus

Dicht gedrängt verfolgten die Besucher gebannt die Premiere des neuesten Stücks des Troschenreuther Mundarttheaters „Sex, Arsen und harte Stühle“. Der Andrang war so groß, dass sogar die Stühle ausgingen und einige Gäste dem Geschen im Stehen folgten. Die lokale Politprominenz um Landrat Hermann Hübner und Bürgermeister Manfred Thümmler war ebenso zugegen wie die örtliche Geistlichkeit mit Pfarrer Franz Reus und Kaplan Andreas Seliger.

Die Handlung der englischen Kriminalkomödie von C.B. Gilford ist eigentlich schnell  zusammengefasst: Sechs ältere Damen, mit dem Attribut ‚alter Jungfern’ nicht unpassend  beschrieben, langweilen sich in ihrem gemeinsamen Alterssitz und haben sich deshalb den attraktiven Mittvierziger Georg Braun von Gegenüber als Objekt ihrer Begierde auserkoren. Braun ist von Beruf Kriminalkommissar im Morddezernat und ansonsten Junggeselle. Da der Kommissar auch auf die offen zu Schau getragenen Avancen der Damen nicht reagiert, hecken die sechs einen perfiden Plan aus, um den Angebeteten ins Haus zu bekommen. Nur Schade, dass nicht alle Damen das Vergnügen einer näheren Bekanntschaft bekommen werden.

Manfred Popp als Kommissar Georg Braun hat das Publikum von Beginn an im Griff. Er braucht nur als völlig ahnungs- und ratloser Polizist über die Bühne zu gehen, schon biegen sich die Zuschauer vor Lachen. Die Lösung des Falles von Beginn an vor Augen, verdrängt er das offensichtliche Motiv, nämlich seine Person, um Umständlich in falsche Richtungen zu ermitteln. Das erfordert natürlich drastische Maßnahmen seiner Verehrerinnen.

Die verbindet indes untereinander nur die gemeinsame Wohnung und das Schicksal, im Leben keinen Mann abbekommen zu haben. Ansonsten haben sie wenig gemein. Die egoistische Elisabeth, gespielt von Sabine Deak in ihrer ersten Rolle für das Troschenreuther Mundarttheater; die resolute Hausbesitzerin Hildegard (Katrin Götz), Fräulein Birdie (Kerstin Vogel), eine ständig in Ohnmacht fallende Jungfer; und Fräulein Amanda (Daniela Förster), der ruhende Pol im Haufen gackernder Hühner.

Dazu die einfach gestrickte Netti (Karin Wiesend), gerade aus und sich ständig verplappernd, sowie Fräulein Lucy (Beate Neukam), eine Dame, die gerne von Welt wäre und ständig von  ihrem Herbert schwärmt, der allerdings auch schon vor vierzig Jahren die Flucht ergriffen hat. Einziger Mittelpunkt des gemeinsamen Vegetierens ist Georg Braun, unermüdlich beim Fitnesstraining beobachtet per Fernglas. Unglaublich, was die Abteilung Maske, Silke Beck und Nadine Arnold, geleistet hat. Die faltigen Gesichter wirken authentisch, die Schauspielerinnen sind kaum wiederzuerkennen. Dennoch kommen Mimik und Gestik perfekt rüber, insbesondere die intensiven Grimassen von Fräulein Netti  sind ein fortwährender Quell für Lachsalven des Publikums.

Der Plan der Ladies beginnt zu wanken, als die Reporterin Paula Bauer (Karolin Buchfelder)  auftaucht. Sie kommt den Damen nicht nur rasch auf die Schliche, sie entwickelt sich auch zur ernstzunehmenden Konkurrentin. Im Gegensatz zum Kommissar verfällt Inspektor Kramer (Jan Madalsky) nicht dem geballten Charme der Damenriege, doch seine Warnungen treffen auf die tauben Ohren seines Chefs. Zu einem Kurzeinsatz kommt auch Andreas Sporrer, der den Polizisten Fuchs von der Spurensicherung mimt. Ansonsten ist er mit Carina Gilch und Werner Lehner für die Technik zuständig.

Das Mundarttheater hat viel in Licht- und Tontechnik investiert, verfällt aber nicht in die Versuchung, Technik vor Schauspielkunst zu stellen. Gedämpftes Rotlicht untermalt die spannenden Szenen; fetzige Musik begleitet die viel beklatschten Tanz- und Gesangseinlagen des betagten Sextetts. Für Heiterkeit sorgen auch Hans-Georg Hagen und Helmut Dettenhöfer in einer ‚tragenden Rolle’. Regie führten bei der kurzweiligen Komödie in bewährter Weise Wolfgang Hempfling und Nadine Arnold, unterstützt von Melanie Gilch.

Alle Schauspieler agieren wie aus einem Guss, die Dialoge sind spritzig, die Gesten stimmig. Das Publikum wartet gespannt, wer als nächstes dran glauben muss, reagiert überrascht und klopft sich
gleichzeitig vor Lachen auf die Schenkel. Wolfgang Hempfling hat das Stück auf die Anforderungen einer Mundartkomödie umgearbeitet, die Rollen wirken wie auf den Leib geschrieben. 'Mord im Harem des Kommissars', wie die Reporterin Bauer titelt, bietet insgesamt drei Stunden beste  Abendunterhaltung, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Die nächsten Aufführungen stehen am Freitag, 12.03. und Samstag, 13.03.2010, jeweils um 19:30 Uhr im Gasthaus „Zum Roten Ochsen“ in Troschenreuth an. Karten gibt es unter  www.mundarttheater.de sowie bei der Buchhandlung Wöckel in Pegnitz. Weitere Termine sind 19./20.03. und 26./27.03.2010. 

Harald Saß
(C) 2010 www.troschenreuth.de

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Nordbayerischer Kurier, 19.01.2010

Tiefe Falten statt Kosmetik

 
Frauen, so will es ein Klischee, fühlen sich geschmeichelt, wenn sie jünger aussehen, als sie sind. Betuchte – meist Filmschauspielerinnen – greifen da schon mal zum Schönheitschirurgen, zu Botox oder zu einem Sammelsurium an Kosmetik. In Troschenreuth scheint dies ganz anders zu sein, hier gehen die Uhren offenbar anders.
 
Am Wochenende gab es für sechs Troschenreuther Frauen einen Schmink- beziehungsweise maskenbildnerischen Kurs der ganz anderen Art: Sie wollten entgegen dem allgemeinen Trend zum Jugendwahn älter wirken, als sie sind – und zwar enorm älter.
 
Dabei handelte es sich auch nicht um pubertierende Teenies, die gerne das eine oder andere Jährchen älter wirken wollen, sondern um Frauen, die mitten im Leben stehen. Warum sich also älter machen? Wollen sie ihre Ehemänner schocken?
 
Nichts von alledem. Den Kurs mit der professionellen Maskenbildnerin Anja Schnatmann aus München, die unter anderem an der bayerischen Theaterakademie unterrichtet und auch Kurse für den Verband der bayerischen Amateurtheater veranstaltet, gab es für sechs Laiendarstellerinnen des Troschenreuther Mundarttheaters.
 
Das Stück, welches das Mundattheater im Februar auf die Bühne des Gasthauses Zum Roten Ochsen auf die Bühne bringt, heißt „Sex, Arsen und harte Stühle“ und ist eine schwarz-humorige Kriminalkomödie in bester englischer Tradition. Um die rabenschwarze Geschichte von C. B. Gilford aus dem Jahr 1957 mit dem Originaltitel „Bull in a China Shop“ aber authentisch zu spielen, braucht es dazu sechs ältere Damen, die in einer privaten Seniorenresidenz miteinander wohnen, streiten und sich gemeinsam in einen jüngeren Kommissar verlieben, der als Junggeselle gegenüber in der Straße wohnt.
Stellt sich die Frage, mit welcher Methode die Damen näher an den jungen, gut aussehenden Polzisten herankommen, der im Morddezernat arbeitet. Das Publikum wird es erfahren. Das Troschenreuther Mundarttheater hat nicht nur tief in die Tasche für die Genehmigung für die deutsche Fassung von F. Konerding gegriffen, sondern eben erstmals auch einen Kurs in Sachen Theatermaske für ihre Darstellerinnen durchgeführt.
 
Dabei konnten die Frauen des Laientheaters nicht nur viel Erfahrung im raschen „Älterwerden“ mit Schminkstift, Puder, Haarteilen und gegebenenfalls auch Latex sammeln, sondern sich allgemein Wissen von Maskenbildnerin Schnatmann aneignen, auch für künftige Theaterstücke.
 
Von Klaus Trenz
Nordbayerischer Kurier, 19.01.2010

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troschenreuth.de, 29.09.2008

Auf 60 Mitglieder ist das Troschenreuther Mundarttheater angewachsen, so der erste Vorsitzende Wolfgang Hempfling bei der Mitgliederversammlung des Vereins. Besonders stolz sei er darauf, dass mehr als die Hälfte davon Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind. Der Schauspielnachwuchs sei mit Eifer bei der Sache, freute sich Hempfling.,

In den letzten beiden Jahren habe der Theaterverein bei den Aufführungen von "Prinzessin Europas göttlicher Sex" und "Jerry ist tot" jeweils mehr als 1000 Zuschauer zum Lachen gebracht. Die Jugendgruppe wagte sich an den "Rattenfänger" und hatte damit ebenfalls einen großen Erfolg. Die Gruppe wurde sogar zu einem Benefizauftritt nach Kulmbach eingeladen, berichtete Wolfgang Hempfling in seinem Rückblick. Nach dem Kassenbericht von Kassier Harald Saß, der ein positives Ergebnis vermelden konnte, wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet.

Die Neuwahlen gingen schnell und reibungslos über die Bühne. Wolfgang Hempfling und Karin Wiesend wurden in den Ämtern des Ersten und Zweiten Vorsitzenden bestätigt. Schriftführerin Nadine Arnold übernahm den Kassierposten, neue Schriftführerin wurde Melanie Gilch. Als Beisitzer in den Vorstand wurden Franziska Heieis, Karoline Buchfelder, Beate Neukam, Harald Saß, Jan Madalsky, Helmut Dettenhöfer und Heinz Rupprecht berufen. Als Kassenprüfer fungieren Daniela Förster und Manfred Popp.

Mit einer Auszeichnung für zehnjährige Bühnentätigkeit wurden von der Arbeitsgemeinschaft Mundarttheater in Franken drei Mitglieder geehrt. Nadine Arnold, Karin Wiesend und Wolfgang Hempfling spielten und führten Regie, wofür sie mit einer Urkunde belohnt wurden.

Die Mitglieder folgten dem Vorschlag von Wolfgang Hempfling, die Mitgliedsbeiträge anzupassen. Ebenso befürwortet wurde sein Antrag, den Kindergarten mit einer Spende zu unterstützen. Angebote für die Anschaffung einer neuen Tonanlage würden derzeit eingeholt. Die Anlage sei notwendig, um nicht ständig auf ausgeliehene Geräte angewiesen zu sein. Intensiv sei man derzeit dabei, mögliche Stücke für die neuen Aufführungen zum zehnjährigen Vereinsjubiläum im Frühjahr 2009 auszuwählen, so Hempfling.

 

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Mitgliederzuwachs beim Mundarttheater Troschenreuth

Auf 60 Mitglieder ist das Troschenreuther Mundarttheater angewachsen, so der erste Vorsitzende Wolfgang Hempfling bei der Mitgliederversammlung des Vereins. Besonders stolz sei er darauf, dass mehr als die Hälfte davon Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind. Der Schauspielnachwuchs sei mit Eifer bei der Sache, freute sich Hempfling.,

In den letzten beiden Jahren habe der Theaterverein bei den Aufführungen von "Prinzessin Europas göttlicher Sex" und "Jerry ist tot" jeweils mehr als 1000 Zuschauer zum Lachen gebracht. Die Jugendgruppe wagte sich an den "Rattenfänger" und hatte damit ebenfalls einen großen Erfolg. Die Gruppe wurde sogar zu einem Benefizauftritt nach Kulmbach eingeladen, berichtete Wolfgang Hempfling in seinem Rückblick. Nach dem Kassenbericht von Kassier Harald Saß, der ein positives Ergebnis vermelden konnte, wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet.

Die Neuwahlen gingen schnell und reibungslos über die Bühne. Wolfgang Hempfling und Karin Wiesend wurden in den Ämtern des Ersten und Zweiten Vorsitzenden bestätigt. Schriftführerin Nadine Arnold übernahm den Kassierposten, neue Schriftführerin wurde Melanie Gilch. Als Beisitzer in den Vorstand wurden Franziska Heieis, Karoline Buchfelder, Beate Neukam, Harald Saß, Jan Madalsky, Helmut Dettenhöfer und Heinz Rupprecht berufen. Als Kassenprüfer fungieren Daniela Förster und Manfred Popp.

Mit einer Auszeichnung für zehnjährige Bühnentätigkeit wurden von der Arbeitsgemeinschaft Mundarttheater in Franken drei Mitglieder geehrt. Nadine Arnold, Karin Wiesend und Wolfgang Hempfling spielten und führten Regie, wofür sie mit einer Urkunde belohnt wurden.

Die Mitglieder folgten dem Vorschlag von Wolfgang Hempfling, die Mitgliedsbeiträge anzupassen. Ebenso befürwortet wurde sein Antrag, den Kindergarten mit einer Spende zu unterstützen. Angebote für die Anschaffung einer neuen Tonanlage würden derzeit eingeholt. Die Anlage sei notwendig, um nicht ständig auf ausgeliehene Geräte angewiesen zu sein. Intensiv sei man derzeit dabei, mögliche Stücke für die neuen Aufführungen zum zehnjährigen Vereinsjubiläum im Frühjahr 2009 auszuwählen, so Hempfling.

29.09.2008

Die geehrten Schauspieler mit der neuen Schriftführerin (v.l.: Karin Wiesend, Nadine Arnold, Wolfgang Hempfling, Melanie Gilch) Foto: Saß

 

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Nordbayerische Nachrichten, 02.06.2008

Tosender Beifall als Lohn

Troschenreuther Theaterjugend brilliert bei ihrer Premiere

Tosender Beifall im vollbesetzten Saal und erschöpfte, aber glückliche Kindergesichter auf der Bühne bildeten nach knapp zwei Stundenden Abschluss eines turbulenten Theaternachmittags.

 TROSCHENREUTH (hsa) - Die Jugendgruppe des Troschenreuther Mundarttheaters feierte eine mehr als gelungene Premiere des Stücks «Der Rattenfänger». Seit Februar proben 17 Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis vierzehn Jahren unter der Leitung von Karin Wiesend, Kerstin Vogel, Nadine Arnold und Wolfgang Hempfling.

In deren fachkundigen Händen hauchten die jungen Schauspieler der Geschichte um den bekannten Rattenfänger von Hameln neuen Schwung ein. Für die Troschenreuther neu arrangiert hatte das Stück der Pegnitzer Matthias Pflaum, der die Uraufführung seiner Version auch begeistert verfolgte.

Was die Theaterjugend aus der Sage gemacht hat, können die Mädchen und Jungen mit recht Stolz sein. Die von einer Rattenplage heimgesuchten Bürger von Hameln beauftragen den «geheimnisvollen Fremden» (brilliert in seiner ersten Hauptrolle: Julian Laier), die Ratten zu vertreiben.

Der Bürgermeister (Florian Heiland) lässt sich als Held feiern, verweigert dem Rattenfänger aber den vereinbarten Lohn und bringt seine Bürger dazu, den Fremden mit seiner Gefährtin Karamelchen (Franziska Heieis) aus der Stadt zu treiben. Doch die Freude über das gesparte Geld währt nicht lange, denn nicht nur Ratten folgen dem Rattenfänger nach, auch die Kinder der Stadt schämen sich für ihre Eltern und begleiten ihn zum Zauberberg, der ein besseres Leben verspricht. So fragen sich dann die Eltern musikalisch, wo die Kinder denn geblieben sind, bevor am Ende alle zusammen das Ziel eines freien und glücklichen Lebens besingen, begleitet von Harald Pischitz an der Gitarre. Die beiden Hauptdarsteller, Rattenfänger und Karamelchen, überraschen mit einer schwungvollen Darbietung jugendlicher Schauspielkunst. Freude, Enttäuschung, Wut und Glück sind in ihrer Mimik und Gestik deutlich abzulesen.

Nico Thiem treibt als König Ratz seine Rattenbande mit einer fetzigen gehenden Rap-Einlage in die Stadt, bevor er später einen rasanten Breakdance auf die Bühnenbretter bringt. Die kleinsten im Ensemble beklagen singend ihr Leid unter der tyrannischen Lehrerin und Bürgermeisterfrau (Lisa Dettenhöfer). Unter dem Protestgesang vom Doktor (Tobias Laier) und Marktfrau (Katharina Libor) windet sich die gierige Bürgermeisterfamilie (mit Melina Wiesend als verzogener Sohn) und sieht sich genötigt, das Angebot des geheimnisvollen Fremden anzunehmen, der zuvor von den resoluten Ordnungshütern (Kim Wolf und Natascha Libor) in den Fluss geworfen worden war, weil er sich nicht ausweisen konnte.

Auf dem Weg zum Zauberberg bestehen die Kinder (Ellena Arnold, Jana Dettenhöfer, Tina Laier, Roman Ramisch und Jana Thiem) allerhand Abenteuer. So tauen sie die erstarrte Eisprinzessin (Susanne Dettenhöfer) auf und vereinen sie mit ihrem in ein Ekelmonster verwandelten Bruder (Elena Beck). Schließlich finden alle den Weg zum Zauberberg und erkennen, dass man in der Gruppe mehr bewegen kann als alleine.

Gekonnt und selbstsicher spielen die Kinder ihre Rollen - ein Zeichen von geduldiger aber auch herausfordernder Regiearbeit der «großen» Theaterspieler des Mundarttheaters.

Nordbayerische Nachrichten, 02.06.2008

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