Rasante Komödie feierte Premiere - troschenreuth.de 01.03.2015

Das Troschenreuther Mundarttheater hat im ausverkauften Saal des Roten Ochsen eine viel beklatschte Premiere hingelegt und damit seinen guten Ruf wieder einmal bestätigt. Das Stück "Von Klempnern und anderen Rohrverlegern" ist frivol, es ist rasant und nichts für schwache Herzen, vor allem ist es aber eines: sehr lustig.

In nur knapp acht Wochen studierten die neun Amateurschauspieler die rasante Verwechslungskomödie Imre Bencsik ein. Und die hat es in sich. Wendi in Willi führen eine gute Ehe und konnten sich kürzlich eine eigene kleine Wohnung leisten. Voller Stolz will Willi diese seinem Vorgesetzten und Freund Hermann Weiß und seiner Frau Walli zeigen. Doch die haben sich exakt diese kleine Wohnung als perfekten Ort für einen Seitensprung ausgesucht, jeweils ohne Kenntnis des anderen, versteht sich. Der immer hilfsbereite Willi versucht verzweifelt, die sich anbahnende Katastrophe zu verhindern. Doch als dann der vertrottelte Klempner Franz Klemm auftaucht, ist die explosive Mischung perfekt und es fliegen buchstäblich die Fetzen.

Die Figur des Willi versinkt förmlich in dem schier unaufhaltsamen Strudel der Verwicklungen, schwimmt sich dann aber frei und schafft es letztendlich, alles in die richtigen Bahnen für ein Happy End zu lenken. Jedenfalls fast. Jan Madalsky passt für diese Rolle perfekt. Er wirbelt über die Bühne, versteht es dabei, Mimik und Gestik passgenau einzusetzen und von einem Stimmungsextrem in das nächste zu wechseln. Nadine Arnold gibt die gute und treusorgende Ehefrau Wendi, die sich der aufsteigenden Eifersucht nicht entziehen kann, gleichzeitig aber genervt ist vom überheblichen Getue von Wally Weiß.

Diese Wally - neureich, überkandidelt und hypersexuell - ist Beate Neukam wie auf den Leib geschrieben. Sie vermag es überzeugend, diese in die Jahre gekommene Nymphomanin mit vollem Körpereinsatz rüberzubringen. Hans-Georg Hagen ist der fast schon bedauernswerte Liebhaber dieser Dame, deren aggressiven Charme er kaum gewachsen ist und deshalb eher an Flucht denn an Verführung denkt.

Vor Hermann Weiß ist keine Frau sicher, weder die Ehefrau des Freundes noch seine Sekretärin Mausi. Lechzend stellt er ihnen nach, versucht sie mit schlüpfriger Anmache und teuren Geschenken gefügig zu machen. Helmut Dettenhöfer spielt diesen Frauenhelden in gekonnt lasziver Weise. Corinna Madalsky als Sekretärin Mausi ist scheinbar eine leichte Beute, empfänglich für teure Geschenke und Schmeicheleien. Doch am Ende ist sie es, die zuletzt lacht.

Der trottelige Klempner wird natürlich wie immer gekonnt gespielt von Manfred Popp, der die gleiche Rolle bereits bei der ersten Auflage des Stücks im Jahr 2003 verkörperte. Denn es handelt sich um eine Neuinszenierung von "Bei Josef Fritsch ist Mumps", nur noch schneller und noch anzüglicher als damals. Seine resolute Frau Lucy wird von Katrin Götz so überzeugend dargestellt, dass man nur noch Mitleid mit dem armen Franz haben kann.

Uwe Vogel komplettiert das Ensembel, diesmal als zwielichtiger Rechtsanwalt Dieter Winkelmann, der stets korrekt vor allem auf seinen eigenen Vorteil achtet. Die Regie führte der Chef des Mundarttheaters, Wolfgang Hempfling. Unterstützt wurde er von Georg Mädl vom befreundeten Baumann-Theater aus Kulmbach. Für die umfangreiche Technik zeichnen sich Andreas Sporrer und Tim Lange verantwortlich.

Als wahren Sündenpfuhl bezeichnete der sichtlich amüsierte Landrat Hermann Hübner das Troschenreuther Mundarttheater in einer Aktpause. Auch Bürgermeister Uwe Raab und weitere Vertreter der lokalen Politik ließen sich die Premierenaufführung nicht entgehen. Am Ende des kurzweiligen Dreiakters sparte das Publikum nicht mit Applaus.

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