Nordbayerischer Kurier, 06.02.2012

Ein bisschen mehr Action, bitte

Tipps vom Profi: Regisseur der der Kronacher Faust-Festspiele berät Mundarttheater

TROSCHENREUTH  
Von Klaus Trenz

Die Schauspieler sind ziemlich aufgeregt, aber das gehört zum Stück. Doch Regisseur Daniel Leistner will noch mehr: „Ihr könnt ruhig ein bisschen übertreiben, mit mehr Action, Tempo und Wucht." Für sein neues Stück „Finger weg von meinem Pelz" hat sich das Troschenreuther Mundarttheater professionelle Unterstützung geholt.

Die etatmäßigen Regisseure Wolfgang Hempfling und Nadine Arnold gehen mit ihrem Laienensemble öfters mal neue Wege. Dieses Mal wollen sie ihre Regiearbeit verbessern. Über den Pegnitzer Theaterfreund Matthias Pflaum haben sie Leistner kennengelernt, den Schauspieler, Regisseur und Intendant der Faust-Festspiele Kronach.

Leistner wird die Verwechslungskomödie nicht umkrempeln: „Als ich hierherkam, stand das Stück schon und es ist auch schon gut", sagt er im Kurier-Gespräch. Und ergänzt: „Wir feilen ein bisschen, fummeln an Kleinigkeiten herum und suchen hier und da nach neuen Ideen." Dem Mundarttheater stellt er ein gutes Zeugnis aus: „Das Niveau ist hoch und ich bin beeindruckt." Sein Gastspiel bereite ihm „ganz viel Spaß", es herrsche eine tolle Atmosphäre.

„Das bringt viel"

Hempfling und Arnold werden das gerne hören, immerhin kommt die Anerkennung für das Laientheater vom Profi. Von einem, der in Theaterkreisen kein Unbekannter ist. Nicht nur die beiden Regisseure des Mundarttheaters dürfte die Mitwirkung Leistners einen weiteren Schritt nach vorne bringen. Das ganze Ensemble wird davon profitieren: „Für das Auftreten und das Selbstbewusstsein bringt das sehr viel", sagt Hempfling. Da stört es bei den Proben auch nicht, wenn Leistner gelegentlich eingreift, den Darstellern erklärt, wie sie sich unter anderem auf der Bühne arrangieren, wie sie mehr aus ihren Dialogen und ihrer Mimik herauskitzeln, wie sie Zurückhaltung überwinden, den Raum auf der Bühne günstig einteilen und das richtige Tempo finden. Trotz alledem: „Die Leute hier haben sehr viel Selbstvertrauen".

Ehrgeiz im Spiel

Leistner weiß auch, wie er mit ihnen umgehen muss: „Ich arbeite viel mit Laien", erklärt er. Ein Beispiel: Rund 80 Prozent der Darsteller bei den Kronacher Faustfestspielen seien Laiendarsteller, die dann vor insgesamt 15 000 Zuschauern spielen. Und der Regisseur macht dies spürbar gerne.

Er schätzt den Ehrgeiz der Protagonisten, eine gute Vorstellung abzuliefern. Eine solche will das Mundarttheater bei seinen insgesamt sieben Aufführungen der Komödie liefern. Premiere ist am Samstag, 10. März, im Roten Ochsen in Troschenreuth. Vermutlich wird es dann wieder ein Stück weit besser sein. Und das Publikum mit mehr Witz und noch mehr Tempo überraschen.

ZUR PERSON

Daniel Leistner ist nicht Regisseur und Schauspieler, sondern dem auch Comiczeichner und Comedyautor.  Der 46-Jährige erhielt 1990 den Kulturförderpreis Landkreises Kronach. Ein Jahr war später war er Preisträger des 1. Nürnberger Autorenstipendiums. 1994 erhielt den Kaspar-Zeuß-Preis der Stadt Kronach, 2004 den Kulturförderpreis der fränkischen Wirtschaft für die Faust-Festspiele Kronach.

06.02.2012
Nordbayerischer Kurier

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